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Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Ergotherapie und Physiotherapie

Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Ergotherapie und Physiotherapie?

In der Ergotherapie und Physiotherapie steht die Alltagsbewältigung des Patienten im Vordergrund. Läuft bereits die Physiotherapie begleitend zur Ergotherapie, können unterschiedliche Schwerpunkte Hand in Hand festgelegt werden.

Der Mensch ist als Ganzes zu betrachten, somit ist je nach Krankheitsbild unterschiedlich zu verstehen wie diese körperliche Beeinträchtigung zu Stande gekommen ist.

Werden die Wörter „physio“ und „ergo“ einmal unter die Lupe genommen, bedeuten diese auf Griechisch physio „natürlich“ und ergo „die Handlung, Bewegung“. Grob formuliert können wir sagen, dass die Physiotherapie funktionsorientiert und die Ergo handlungsorientiert ist.

Die Behandlungszeit bei gesetzlich Versicherten beträgt in der Physiotherapie je nach Verordnung von 20 bis 30 Minuten, in der Ergotherapie von 45 bis 60 Minuten.

Beide Therapierichtungen behandeln:

  • Kinderheilkunde
  • Orthopädie
  • Neurologie
  • die Ergotherapie hat noch zusätzlich die Psychosomatik, Psychiatrie und Neuropsychologie als zusätzliches Fachgebiet.

 

Tritt die Beeinträchtigung im Bereich der orthopädischen also in der motorischen Ebene (Muskeln, Bänder, Sehnen, Faszien, Gelenke) oder neurologischen Ebene (Erkrankungen des Nervensystems/Neurophysiologie/Neuropsychologie) setzen Ergo- und Physiotherapeuten unterschiedliche Medien ein. Das gemeinsame Ziel ist die Mobilisation, Aktivierung und Teilhabe des Patienten im Berufs- und Privatalltag.

Die Physiotherapeuten arbeiten hier mit Hydrotherapie (Wärme), Massagen, Muskeltraining, Elektrotherapie, Thermotherapie (Wärme- und Kältetherapie). Je nach Weiterbildung des Physiotherapeuten mit den Konzepten nach

  • Manueller Therapie
  • Bobath Therapie
  • Feldenkrais
  • Perfetti
  • Vojta
  • Flossing
  • Gerätetraining
  • Klettertherapie usw.

 

Bei den Ergotherapeuten gelten ebenfalls die Konzepte:

  • Bobath Therapie
  • Perfetti
  • Feldenkrais
  • Klettertherapie

 

Zusätzlich kommen diese Bereiche noch hinzu: 

  • Wahrnehmungsschulung wie Sensorische Integration
  • Graphomotorik (Schreibtraining)
  • Spiegeltherapie
  • Alltagstraining (von Ess- bis Anzieh- und Waschtraining)
  • Psychomotorik
  • Affolter Konzept
  • Schienenbau
  • Hilfsmittelberatung zum Einsatz

 

In den Behandlungen der Psychiatrie, Psychosomatik und Neuropsychologie/Neurophysiologie werden häufig diese Behandlungsmethoden seitens Ergotherapeuten eingesetzt:

  • Autogenes Training
  • Neurofeedback Therapie
  • Gesprächstherapien
  • Hirnleistungstraining

 

Die falsche Annahme, dass die Ergotherapeuten für den Oberkörper und die Physiotherapeuten für den Unterkörper des Patenten zuständig sind, lässt sich im Behandlungsalltag nicht wirklich bestätigen. Der Mensch wird in seinem System als Ganzes angesehen und behandelt. Die anatomischen und physiologischen Kenntnisse werden von beiden Berufsgruppen gleichermaßen vorausgesetzt.

Als Fazit kann zusammengefasst werden, dass die Physiotherapie die Funktionen der einzelnen Strukturen im Fokus hat, während man im Gegensatz dazu in der Ergotherapie versucht, diese Körperstrukturen in Handlungen adaptiert zu sehen und zu behandeln.

 

Wohlbefinden und Gesundheit gehen Hand in Hand. Gerne unterstütze ich Sie in den Bereichen Naturheilkunde, Osteopathie und Ergotherapie. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin.

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